Lapidarium
Von Steinen und Grenzen
Die Geschichte Biebesheims ist eng mit Grenzsteinen verbunden. In der Urkunde, in der erstmals der Name Biebesheim genannt wird, wurde ein Urteil in einem Streit zwischen dem Kloster Eberbach und der Gemeinde Biebesheim um die Rheininsel Vahrewert entschieden. Den Mönchen von Eberbach wird darin zur Bekräftigung und Sicherung ihrer Ansprüche genehmigt, mehrere große Grenzsteine zu errichten. Von diesen 1209 gesetzten Steinen ist keiner erhalten.
Im Lapidarium des Museums befinden sich:
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ein Rottenstein vom Rheindeich
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begrenzen das Zuständigkeitsgebiet der Einwohner von bestimmten Orten für die Deichüberwachung
Gemarkungssteine
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markieren die Grenzen zweier Gemarkungen
Gütersteine
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bezeugen die Grenzen von Privatgrundstücken.
Kilometersteine
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geben die Entfernung zu einem definierten Endpunkt an.
Lapidarium Einzelaufnahmen
Gemarkungsstein mit Hufeisen, dem Wappen von Biebesheim, 1726
Rötlicher Sandstein mit deutlichen Verwitterungsspuren, blockartige Form mit rundgewölbtem Kopf
Grenzstein (Güterstein), vermutlich Spital Hofheim (Philippshospital), undatiert
Rötlicher Sandstein, stark verwittert. Nach mündlichen Auskünften war er mit vielen weiteren Grenzsteinen aus rötlichem Sandstein in einem Bauernhof als Pflaster verlegt
Basalt, Kilometerstein mit eingemeißelter Zahl „4,6“, undatiert
Diese Steine wurden in regelmäßigen Abständen entlang öffentlicher Straßen aufgestellt und wie hier mit einer Entfernungsangabe zu einem bestimmten Ort versehen
Kilometerstein aus rotem Sandstein mit der eingemeißelten Zahl „3,8“, undatiert
Dieser Stein gibt die Entfernung zu einem bestimmten Punkt an
Rottenstein aus rotem Sandstein vom Rheindeich, Inschrift: „IIIte Dammwache der Gemeinde Biebesheim“, vermutlich 18. oder 19. Jahrhundert
Mit solchen Steinen wurden die einzelnen Abschnitte der Dammwache gekennzeichnet, innerhalb derer die einzelnen Wachgruppen den Deich überwachen mussten. Am Rheindeich stehen noch zwei weitere Biebesheimer Rottensteine
Historischer Güterstein aus Basalt, mit den eingehauenen Zeichen „DG“, vielleicht die Abkürzung für Domanialgut, auch Kammergut genannt, aufgestellt vermutlich im 17. - 18. Jahrhundert
Er begrenzte den Landbesitz der regierenden Familie
Historischer Gemarkungsstein aus grobem und porösem Sandstein mit der Inschrift „BH“ und „1727“
Er ist ein kulturhistorisch wertvolles Zeugnis der Territorialgeschichte. Sichtbar sind die eingemeißelten Buchstaben „BH“ (vielleicht Abkürzung für Biebesheim) und vermutlich die Jahreszahl „1727“
Historischer Jagdstein aus rotem Sandstein, vermutlich um 1700 gesetzt
Die Buchstaben „DJ“ stehen möglicherweise für „Domanial-Jagd“, was die Grenze eines bestimmten Jagdbezirkes markierte
Historischer Güterstein aus rotem Sandstein, undatiert
Er diente der Abgrenzung von Grundstücken oder Territorien. Die eingemeißelten Initialen „DG“ könnten die Abkürzung für einen Ort oder eine Organisation (vielleicht Domanialgut) darstellen
Gemarkungsstein aus Sandstein, stark verwittert mit tiefen Inschriften, undatiert
Auf einer Seite ist „G B“ zu lesen, auf der zweiten Seite „G St“. Oben ist ein Kreuz zu erkennen. Dieser Stein muss an der Grenze zwischen Biebesheim und Stockstadt gestanden haben
Historischer Kilometerstein, der die Entfernung zu einem bestimmten Ort in Serifenschrift angibt, evtl. handelt es sich um den Weg von Biebesheim nach Stockstadt oder Gernsheim, roter Sandstein, undatiert
Die abgerundete Form ist typisch für derartige Steine, die an Hauptstraßen standen. In Biebesheim am Rhein sind gleichartige Steine von der Rheinstraße (Chausseesteine) bekannt
Stark verwitterter Sandsteinblock, vermutlich ehemaliger Grenz- oder Wegestein, mit nicht mehr lesbarer Gravur, undatiert
Historischer Güterstein mit der Inschrift „E R“, dazwischen ein Bischofsstab, Datierung auf der Rückseite „1619“
Der Grenzstein markierte wohl die Besitzungen des Kloster Eberbachs. Die Bedeutung von „E R“ ist nicht bekannt
Dies ist der älteste datierte Stein im Lapidarium
Historischer, grob behauener Kilometerstein aus Basalt mit der eingemeißelten Zahl „5,0“, undatiert
Er stand vermutlich an einer der Ausfallstraßen Biebesheims
Stark verwitterter Grenzstein aus Sandstein, der vermutlich eine Inschrift trug, undatiert
Das noch erkennbare Zeichen ist nicht mehr interpretierbar
Stark verwitterter Grenzstein „SH“ für Spital Hofheim (heute Philippshospital) in einem Schild mit Stern, Sandstein, undatiert
Der Stein war viele Jahre im Hof eines Bauernhofs als Pflaster verlegt
Historischer Kilometerstein aus rotem Sandstein mit einer Entfernungsangabe, vermutlich „2,8“, undatiert
Im oberen gerundeten Teil teilweise weggebrochen
Stark verwitterter historischer Grenzstein mit kaum noch erkennbaren Zeichen oder Buchstaben, Sandstein, undatiert
Dieser Stein wurde zur Abgrenzung einzelner Ländereien unterschiedlicher Besitzer oder Herrscher verwendet, um Streitigkeiten über Eigentums- und Jagdrechte zu verhindern
Verwitterter, im oberen Bereich abgebrochener Grenzstein aus hellem Sandstein mit eingemeißelten Zeichen, unten erkennbar „17-2“, vermutlich 18. Jahrhundert
Verwitterter Grenzstein, möglicherweise aus dem Mittelalter
Der Sandstein ist grob behauen und weist eine stark erodierte Oberfläche auf. Es sind nur noch schwache Umrisse der ehemaligen Inschrift zu erkennen
Sogenannter Bischofsstein, obere Inschrift vermutlich „1606“, darunter links und rechts die Buchstaben „A“ und „E“, in der Mitte ein Bischofsstab, auch Krummstab genannt
Es handelt sich um einen Güterstein aus hellem Sandstein, der verwendet wurde, um Grenzen von Ländereien, die zum Kloster Eberbach gehörten, zu markieren